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Präsentieren

Präsentieren

„Präsentieren ist mehr als eine PowerPoint-Präsentation“

Im Lernbereich Rhetorik ging es vor allem darum wie Sie sich selbst präsentieren. Es ging auch darum wie Sie eine Rede aufbauen. In diesem Lernbereich zum Präsentieren geht es nun darum, womit Sie präsentieren und wie Sie eine Präsentation gestalten können. Präsentieren ist mehr als eine PowerPoint-Präsentation.
Als Präsentation werden alle Gestaltungsmittel gemeint, die einen Vortrag unterstützen können. Das können neben einer Diashow auch ein Plakat oder eine Geschichte sein.

Der Lernbereich enthält die folgenden Schritte:

  • Warum eine Präsentation verwenden?
  • Womit präsentieren?
  • Was macht eine gute Präsentation aus?
  • Wie kann man barrierearm präsentieren?
  • Was ist beim digitalen Präsentieren zu beachten?

Warum eine Präsentation ?

Präsentationen sind Gestaltungsmittel. Mit diesen sollen Informationen an die Lernenden weitergegeben werden. Diese Informationen können durch Texte weitergegeben werden. Informationen können aber auch in Bilder, Schaubilder, Grafiken, Symbole, Geschichten oder Beispiele umgesetzt werden. Man nennt das visualisieren.

In vielen Präsentationen wird mit Visualisierung gearbeitet. Das Visualisieren bei Präsentationen hat viele Vorteile:

  • Bildhafte Informationen können im Gehirn schneller verarbeitet werden. Das Verarbeiten von Texten oder gesprochener Sprache benötigt etwas mehr Zeit.
  • Lerninhalte bleiben länger im Gehirn, wenn neben dem gesprochenen Wort auch eine Visualisierung erfolgt.
  • Mit Visualisierungen können Emotionen, also Gefühle leichter angesprochen werden. Werden Lerninhalte mit Gefühlen verknüpft, bleiben sie länger im Gedächtnis.

Visualisierungen helfen Ihnen somit schwierige Inhalte schneller und besser zu verdeutlichen. Sie können wichtige Aussagen hervorheben und damit ihren Vortrag als Ganzes verständlicher machen.
Sie können durch Visualisierung auch Gefühle Ihrer Teilnehmenden ansprechen und damit die Inhalte länger im Gehirn verankern. Visualisierungen können einen Vortrag auflockern. Zuletzt können Sie durch Visualisierung den Redeaufwand etwas verkürzen.

Merke: Barrierefreiheit

Visualisierung hat viele Vorteile vor allem für sehende Teilnehmende. Viele Formen der Visualisierung schließen aber blinde Personen aus. Ausnahmen sind zum Beispiel das Erzählen von Geschichten oder Beispielen. Für gehörlose Personen wiederum sind viele Visualisierungen ein Gewinn. Wir empfehlen somit verschiedene Formen der Visualisierung in Ihren Präsentationen zu verwenden.

Womit präsentieren?

Es gibt sehr viele verschiedene Medien oder Formen um zu präsentieren. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl vor.

Merke: Barrierefreiheit

Bedenken Sie bei der Auswahl Ihrer Formen und Medien zum Präsentieren die Barrierefreiheit. Überlegen Sie welche Personen Sie ggf. ausschließen könnten und wie Sie die Präsentation für diese nutzbar machen können.

Laptop und Beamer

Beschreibung: Ein Laptop zusammen mit einem Beamer sind wohl die häufigsten Medien für Präsentationen. Sie bieten die Möglichkeit Diashows zu erstellen. Videos oder Audioausschnitte abzuspielen. Sie können außerdem verschiedene Programme oder Lernsoftware im Internet nutzen.

 

Einsatzstärke und Einsatzschwäche: Ein Laptop und Beamer ermöglichen einen vielseitigen Einsatz. Rechnen Sie aber mit technischen Problemen. Wenn möglich, testen Sie den Beamer und ihren Laptop vorher. Speichern Sie eine Diashow nicht nur auf dem eigenen Laptop, sondern auch auf einem USB-Stick ab. Bringen Sie den Laptop und USB-Stick mit.

Wenn Sie Video- oder Audioausschnitte nutzen möchten, sollten Sie die Bildqualität prüfen. Überprüfen Sie vor allem auch die Tonqualität und die Lautstärke.

 

Diashow

Beschreibung: Diashows werden am Häufigsten benutzt. Sie können mit unterschiedlichen Programmen wie zum Beispiel Microsoft PowerPoint oder Keynote-Präsentation Folien erstellen. Man nennt diese Folien auch Präsentationscharts. In diese können sie Texte, Bilder oder Videos integrieren.

Einsatzstärke und Einsatzschwäche: Es gibt viele Programme um Präsentationsfolien zu erstellen. Wir können kein Programm empfehlen. Sie benötigen Zeit um die Programme zu verstehen und sie bearbeiten zu können. Wenn Sie ein paar Dinge beachten, können Sie Ihre Folien möglichst barrierearm erstellen. Lesen Sie das in Schritt ….nach.

 

Lernsoftware / weitere Programme

Beschreibung: Es gibt viele Programme im Internet, die Sie in Ihre Präsentation einbauen können. Es gibt Lernsoftwareprogramme. Sie sind speziell für das Lernen entwickelt. In diesen können Sie zum Beispiel Dateien hochladen. Oder Sie können darin einen Test oder ein Quizz erstellen. Auch gibt es viele weitere Programme mit denen Sie zum Beispiel eine Abstimmung erstellen können. Das Ergebnis der Abstimmung kann in Echtzeit graphisch dargestellt werden.

Einsatzstärke und Einsatzschwäche: Es gibt eine Vielzahl von Programmen. Es benötigt Zeit um ein Programm zu finden, das sich eignet. Achten Sie bei der Programmauswahl darauf, dass das Programm einfach bedienbar ist.

 

Video- und Audioausschnitte

Beschreibung: Es gibt viele Lernvideos oder Lernaudios. Darin werden Sachinhalte erklärt.

Einsatzstärke und Einsatzschwäche: Beide Formen sind eine gute Möglichkeit, um Ihre Präsentation lebhaft zu machen. Sie benötigen Zeit für die Suche des richtigen Videos. Sendungen oder Podcasts der öffentlich-rechtlichen Sender haben ein breites Angebot.

 

Tafel oder Whiteboard

Beschreibung: Eine Tafel oder ein Whiteboard haben die gleiche Funktion. Man kann Sie beschreiben. Bei einem Whiteboard nutzt man spezielle Filzstifte. Das Geschriebene kann mit einem Trockenschwamm ohne Rückstände vom Whiteboard abgewischt werden.

Einsatzstärke und Einsatzschwäche: Bei diesem Medium ist es wichtig die Größe des Tafelbildes zu beachten. Auch die Zuhörenden in der letzten Reihe sollten Ihr Tafelbild gut lesen können.

Ein Whiteboard kann auch als Pinnwand verwendet werden. Mit Magneten können Sie Moderationskarten befestigen. Selbstklebendes Papier oder statisch aufgeladenes Papier können ebenfalls befestigt werden.

 

 

Flipchart

Beschreibung: Das Flipchart ist ein Ständer, an welchem Papier befestigt werden kann. Man nennt das Papier selbst auch ein Flipchart.

Einsatzstärke und Einsatzschwäche: Ein Flipchart kann über die Zeit des ganzen Seminars hängen bleiben. Es eignet sich so zum Beispiel für einen Ablaufplan oder Kernaussagen. Sie können ein Flipchart in Ruhe zuhause erstellen. Sie können aber auch im Seminar auf dem Flipchart etwas entstehen lassen. Zum Beispiel kann ein schwieriges Modell Schritt für Schritt erklärt werden. Nutzen Sie für ein Flipchart Filzstifte. Prüfen Sie vor dem Seminar die Funktion der Filzstifte.

Auch hier ist es wichtig die Größe der Schrift zu beachten. Das Flipchart sollte in der letzten Reihe gut lesbar sein.

 

Smartboard

Beschreibung: Das Smartboard wird auch als interaktives oder digitales Whiteboard bezeichnet. Es ist eine Tafel, Projektionswand und ein Tablet in einem. Sie können Diashows präsentieren. Sie können verschiedene Programme bedienen. Sie können auch mit einem besonderen Stift die Tafel beschreiben.

Einsatzstärke und Einsatzschwäche: Das Smartboard beinhaltet viele Funktionen in einem Gerät. Mit dem Spezialstift können Sie zum Beispiel auch in eine Diashow-Folie überschreiben. Sie müssen im Voraus etwas Zeit für die Bedienung des Smartboards einsetzen.

 

Pinnwand

Beschreibung: Die Pinnwand kann auch als Stecktafel bezeichnet werden. Mit Nadeln können Karten auf einer Weichfaserplatte befestigt werden.

Einsatzstärke und Einsatzschwäche: Die Pinnwand mag etwas altmodisch wirken. Sie ist dennoch ein sehr beliebtes Medium. Inhalte können gut bearbeitet werden. Auch können Abbildungen schrittweise vor den Augen der Teilnehmenden entstehen.

 

Bilder

Beschreibung: Ein Bild übermittelt nicht nur Informationen, sondern erzeugt auch Emotionen. Schwere Inhalte können mit Bildern gut vermittelt werden. Eine Aussage z.B. wird von unterschiedlichen Teilnehmenden auch unterschiedlich verstanden. Was sie verstehen hängt von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen dazu ab. Ergänzt man die Aussage aber mit einem passenden Bild, ist das anders. Die Aussage wird besser von den Teilnehmenden verstanden. Es entstehen weniger Missverständnisse.

Einsatzstärke und Einsatzschwäche: Bilder können bei allen Präsentationsformen verwendet werden. Bilder sollten trotzdem gezielt eingesetzt werden. Verwendet man sehr viele Bilder macht das z.B. eine Diashow sehr langsam. Auch der Effekt, dass ein Bild Aufmerksamkeit erzeugt, wird bei sehr vielen Bilder abgeschwächt.

 

Geschichten

Beschreibung: Menschen haben sich schon immer Geschichten erzählt. Geschichten oder Erzählungen transportieren Worte, Bilder und Gefühle. Damit helfen Sie Lerninhalte gut im Gedächtnis zu verankern.

Einsatzstärke und Einsatzschwäche:

Geschichten können zu jeder Zeit in Vorträgen oder Kursen eingesetzt werden. Sind Geschichten gut erzählt, sind die Teilnehmenden aufmerksam. Sie möchten wissen, wie eine Geschichte ausgeht. Geschichten müssen nicht frei vorgetragen werden. Sie sollten die Geschichte aber gut kennen und flüssig vorlesen können.

Besonders wichtig ist, dass Sie die passende Geschichte zum Inhalt auswählen. Überlegen Sie sich, was sie mit der Geschichte erreichen möchten: Sollen die Personen zum Reflektieren angeregt werden? Wollen sie schwierige Inhalte verdeutlichen? Wollen Sie einen Vortrag auflockern?

In der Vertiefung finden Sie einen Büchertipp dazu. Darin sind Geschichten gesammelt. Zusätzlich bekommen Sie Hinweise, wofür sich diese Geschichten eignen.

Neben den vorgestellten Medien gibt es noch viele kreative Ideen für Präsentationsformen. In diesem Schaubild bekommen Sie einen kleinen Eindruck von kreativen Präsentationsformen:

kreative Ideen

*Sitzkartons: Sitzkartons sind Pappkartons, auf denen man sitzen kann. Sie können auch als Tisch benutzt werden. Diese Kartons können beschriftet werden und damit auch inhaltlich in die Präsentation eingebaut werden.
**Sketchnotes: Sketchnotes heißt übersetzt bildhafte Notizen. Sketchnotes sind also Zeichnungen. Sie sind meist stark reduziert. Sie sollen die Bedeutung von Worten betonen oder Wörter sogar ersetzen.

Vertiefung: Hinweis

Wenn Sie mehr dazu wissen möchten, lesen Sie in der Vertiefung nach. Darin bekommen Sie Buchhinweise zum kreativen Präsentieren.

Merke: Präsentationsformen

Es ist Ihnen überlassen, welche Präsentationsform Sie wählen. Beachten Sie bei der Wahl folgende Punkte:

  • Die Präsentationsform sollte Ihr Ziel unterstützen.
  • Die Präsentation sollte zur Art der Veranstaltung passen. Seien Sie hier gerne auch mutig. Ein Plakat mit Zeichnungen kann ein steife Sitzung etwas auflockern.
  • Sie sollten sich mit der Präsentationsform wohl fühlen. Das gibt Ihnen Sicherheit während des Vortrags.
  • Setzen Sie bei längeren Präsentationen mehrere Formen ein. So wird Ihr Vortrag abwechslungsreicher.

Was macht eine gute Präsentation aus?

Merke:

Eine Präsentation unterstützt den Vortrag, sie ersetzt ihn aber nicht.

Das ist vermutlich einer der wichtigsten Grundsätze für eine Präsentation. Sie finden hier weitere wichtige Aspekte. Diese unterstützen Sie bei dem Erstellen einer Präsentation. Diese muss nicht in Form einer Diashow sein.

Behalten Sie das ZIEL der Präsentation im Blick.

Es ist wichtig, dass Sie das Ziel Ihrer Präsentation kennen und verfolgen. Um das Ziel einer Präsentation zu entwickeln können Ihnen die folgenden Fragen helfen:

  • Wer sind die Teilnehmenden?
  • Welche Erwartungen haben die Teilnehmenden?
  • Was möchte ich bei meinen Teilnehmenden erreichen?
  • Was möchte ich durch meine Präsentation bei den Teilnehmenden verändern?

Präsentationen sollten weniger INHALT enthalten als der Vortrag.

Sie wissen bereist, dass Präsentationen Ihren Vortrag nur unterstützen sollen. In Präsentationen sollten Sie also nur eine Auswahl Ihres Inhaltes zeigen. Behalten Sie bei der Auswahl des Inhalts das Ziel Ihrer Präsentation im Kopf. Eine Präsentation soll das Verstehen des Inhalts unterstützen. Bedenken Sie bei der Auswahl also die schwierigen Lerninhalte.

Die Präsentations-STRUKTUR mit dem AHA-Prinzip/ rotem Faden

Das AHA-Prinzip beschreibt den groben Aufbau einer Präsentation.

Anfang – Hauptteil – Abschluss.

Anfang

Der Anfang sollte maximal 15 % der Gesamtzeit dauern.
Die Ziele des Anfangs sind:
• Interesse der Teilnehmenden gewinnen
• Überblick geben
• Sympathie wecken

Der Aufbau des Anfangs kann so gestaltet sein. Es ist wichtig, dass alle Elemente vorkommen. Die Reihenfolge der Elemente ist veränderbar:

  1. Begrüßung
  2. Kurzvorstellung des Vortragenden (Name und Funktion)
  3. Einstiegs-Element, gemeint ist zum Beispiel eine kurze Geschichte zum Thema oder ein Bild.
  4. Thema der Präsentation
  5. Ziele der Präsentation
  6. Persönliche Darstellung der eigenen Kompetenz
  7. Ablauf und Frageregelung

Hauptteil

Der Hauptteil bekommt den größten Zeitanteil mit 75 % der Gesamtzeit.
Die Ziele des Hauptteils sind:

  • Informationen vermitteln
  • Teilnehmende von etwas überzeugen

Der Hauptteil besteht aus Informationen und Argumenten. Es hängt vom Thema ab in welche Elemente diese Informationen und Argumente eingeteilt werden.

Es ist wichtig beim Erstellen des Hauptteils das Folgende zu beachten:

  • Sorgfältige Auswahl der Inhalte, gemeint ist die wichtigen Informationen auszusuchen.
  • Unterteilung der Inhalte, die Inhalte sollten in gut verständliche Einheiten eingeteilt werden
  • Logische Anordnung der Informationen, da die Anordnung das Verständnis der Informationen unterstützen sollte
  • Verbinden der Inhalte

Abschluss

Der Abschluss bekommt den kleinsten Zeitanteil mit 10 % der Gesamtzeit. Er sollte nicht gekürzt werden. Der Abschluss hat eine große Bedeutung. Der Abschluss bleibt den Teilnehmenden in Erinnerung!

Die Ziele des Abschlusses sind Folgende:

  • Vortrag soll in guter Erinnerung bei Teilnehmenden bleiben
  • Bedeutung der Kernbotschaften des Vortrags vermitteln
  • Teilnehmenden zum Handeln aufrufen

Der Abschluss sollte die folgenden Elemente beinhalten:

  • Zusammenfassung des Inhalts
  • Aufzeigen des Nutzens des Inhalts oder Vortrags oder Empfehlung zum Handeln
  • Aufruf zum Handeln
  • Eröffnung von Fragen und Diskussion

Wie kann ich barrierearm präsentieren?